25. Februar 2024

Familiennachzug: Wenn die Familien in Deutschland ankommen

Wenn bei unseren Geflüchteten endlich die Familien nachgeholt werden können und sie bei uns eintreffen, gibt es einiges an Dingen zu erledigen, deren Reihenfolge man kennen sollte, um sich unnötige Wege zu ersparen. Ich habe deshalb hier den Ablauf, soweit er mir bekannt ist, zusammengefasst und dabei gleich dazugeschrieben, worauf man acht geben muss. Dieser Artikel bezieht sich darauf, wie dies in Selm gehandhabt wird.

Achtung! Dieser Beitrag ist veraltet und wird in der nächsten Zeit überarbeitet.


Die Familie muss sich beim Einwohnermeldeamt anmelden. Das sollte eigentlich kein größeres Problem sein. Allerdings werden dabei in der Regel gleich die Geburtsurkunden und die Heiratsurkunde geprüft und für einige Tage bis Wochen für die Prüfung einbehalten. In diesem Fall sollte man darauf bestehen, die Urkunden sofort zurückzubekommen und sie später, nachdem alle anderen Behördengänge erledigt sind, prüfen lassen. Direkt weiter zum Schulamt – ist im gleichen Stock wie Frau Quante, schräg gegenüber – wegen dem Schulbesuch der Kinder.

Einen Termin beim Kommunalen Integrationszentrum vereinbaren. (Kommunales Integrationszentrum Kreis Unna, Schulstraße 8, 59192 Bergkamen, Tel.  0 23 07 / 9 24 88-75). Die Wahrnehmung dieses Termines gehört irgendwo tiefer in diese Auflistung. Da wir den Termin aber nicht wissen, habe ich das Thema hier einfach komplett beschreiben. Nach diesem Termin das/die Kind/er einen weiteren Termin in der entsprechenden Schule vereinbaren und das Kind dann dort anmelden.

Bei der Krankenkasse muss eine Bescheinigung geholt werden, dass die einzelnen Familienmitglieder in der Familienversicherung sind. Sollten euch die Mitarbeiter der Krankenkasse erzählen, dass die Kinder über 14 nicht mehr mitversichert sind, sondern vom Jobcenter versichert werden, sagt ihnen, dass die Familienmitglieder noch nicht beim Jobcenter gemeldet sind. Dies kann man nämlich erst, wenn die Familie bei der Ausländerbehörde gemeldet ist, und die möchten für die Anmeldung die Bescheinigung der Krankenkasse.

Die Anmeldeformulare für die Ausländerbehörde kann man hier herunterladen und vorher ausfüllen.

Dann geht es zur Ausländerbehörde. Bei der Ausländerbehörde werden die Mitarbeiter versuchen, der Familie einen Termin für die Antragsabgabe “aufs Auge zu drücken”. Jedesmal, wenn ich deswegen bei der Ausländerbehörde angerufen habe, wurde mir gesagt, dass die Terminvergabe nicht nötig ist. Ihr könnt und solltet also darauf bestehen, dass die Familie sich sofort anmelden kann – vor allen Dingen dann, wenn ihr bereits die o.g. Anträge ausgefüllt habt.

Die Anträge für Arbeitslosengeld II beim Jobcenter holen und gleich einen Termin für die Antragsabgabe machen. Das muss noch während des Monats erfolgen, in dem die Familie angekommen ist, damit es für diesen Monat auch ALG II für die Familie gibt. Man sollte auch direkt nach den weiteren Anträgen (Kindergeld und Sozialtickets) fragen. Die ausgefüllten Anträge am entsprechenden Termin beim Jobcenzter abgeben. Was das Ausfüllen der Anträge angeht: Sollte sich niemand finden, der dies übernimmt, können die Kunden des Jobcenters generell einen Termin beim Jobcenter vereinbaren, an dem ihnen mit dem Ausfüllen der Anträge geholfen wird. Das dauert dann allerdings länger, was bei einer Familienzusammenführung nicht gerade sinnvoll ist.

Wegen einer größeren Wohnung zum Liegenschaftsamt gehen. Eventuell auch in Zeitungen, bei Immobilienscout, Ebay Kleinanzeigen usw. sehen, ob es Anzeigen gibt. Eventuell bei potentiellen Vermietern anrufen.

Wenn eine Wohnung gefunden wurde, muss (!) die Familie einen Antrag beim Jobcenter stellen, damit sie umziehen dürfen. Bescheinigungen (Prüfung ob die Wohnung angemessen ist) für die Wohnung (sowohl für Etagenheizung als auch für Zentralheizung) vom Jobcenter mitnehmen. Falls unsere Geflüchteten die Anträge nicht im Vorfeld bekommen haben, können wir die Bescheinigung für die Wohnung ausdrucken.

Bescheinigung zum Vermieter bringen. Der Antrag muss richtig ausgefüllt sein, eventuell sollten wir also schon so viel wie möglich vorher ausfüllen bzw. die Bescheinigung korrigieren (unser Geflüchteter müsste dann damit natürlich zurück zum Vermieter, um ihn noch einmal unterschreiben zu lassen). Ansonsten wird er vom Jobcenter immer wieder weggeschickt, bis die Bescheinigung richtig ausgefüllt ist.

Wenn das Jobcenter zugestimmt hat (und wirklich erst dann!) kann der Mietvertrag unterschrieben werden.

Antrag für Möbel und Hausrat ausdrucken und ausfüllen. Antrag für Übernahme der Kaution ausfüllen. Antrag für Renovierungskosten stellen.  Alle Anträge zum Integrationpoint/Jobcenter bringen.

Die Vermieterbescheinigung vom Vermieter ausfüllen lassen, damit zum Einwohnermeldeamt gehen und sich und die Familie ummelden. (bis 14 Tage nach dem Umzug)

Die Ausweise für die Familie bei der Ausländerbehörde abholen und im Zweifelsfall/Glücksfall gleich die neue Adresse angeben.

Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe.

Wenn es möglich ist, sollte während des gesamten Anmeldeprozesses ein Ehrenamtlicher unterstützen. Selbst da, wo man denkt, dass unsere Geflüchtetn das alleine können oder eigentlich keine Schwierigkeiten zu erwarten sind, kommt es oft zu Missverständnissen und Problemen. Ich persönlich finde, dass es einfacher und weniger zeitaufwändig ist, die Familien während dieser Zeit auf allen Wegen zu begleiten, als hinterher wieder alles in Ordnung zu bringen. Dabei sind die Probleme meist von den Behörden hausgemacht und liegen nicht an unseren Geflüchteten.

Sollte einem von euch noch etwas dazu einfallen, einfach als Kommentar unter diesen Eintrag schreiben.

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